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Der rote Sessel

aus der praxis hypnose über mich
Hypnose-Sessel aus der Praxis Dr. Struck in Kiel 2025 bis 2023

Der rote Sessel hat mich lange Jahre begleitet.

Als ich nach meinen medizinischen Lehr- und Wanderjahren, Facharztausbildung, anderthalb Jahre Armeegynäkologin für die British Army, die damals noch in der Lüneburger Heide stationiert war, als Oberärztin in Winsen an der Luhe zurückkam nach Kiel, habe ich mir einen Lesesessel gegönnt, von dem ich schon lange geträumt hatte.

Nicht, weil der Sessel Peel mehrere Designpreise gewonnen hat. Er erinnert an eine Orangenschale.

Nein.

Weil er unglaublich bequem ist. Weil sich der Hocker der Größe der Frau anpasst. Weil ich nach hinten kippen konnte, über das Gelesene nachdenken oder ein Nickerchen halten. Weil ich auch im Schneidersitz darin sitzen konnte.

Ein gemütlicher Wohlfühlflöz-Lesesessel.

Irgendwann ist er in meiner Praxis gelandet. Als Hypnosesessel.

Dieses geborgene Gefühl darin.

Viele Frauen liebten ihn sehr. Und ich habe selbst häufig Selbsthypnose darin gemacht oder ein kleines Nickerchen in der Mittagspause gehalten, um wieder aufzutanken.

Als ich ihn 20 Jahre nach dem Kauf fortgegeben habe, tat es mir in der Seele weh.

Aber mein Mann und ich hatten uns geschworen, mit einer Europalette auszuwandern.

Na ja.

Ich habe mir dann noch zwei große Umzugskisten mit DHL hinterhergeschickt. Aber der Sessel hätte dort niemals hineingepasst.

Manchmal ist es gut, neu zu beginnen.


Was der Sessel bedeutete

Das Foto des Sessels habe ich vor kurzem wiedergefunden.

Er steht für mich für Gründlichkeit. Für Nachlesen. Für in die Tiefe gehen. Für Zeit mit Patientinnen haben.

Ein Sessel, der bequem genug war, dass eine Patientin zweieinhalb Stunden darin sitzen oder liegen mochte.

Denn die analytischen Rapid Transformational Therapy Sitzungen nach Marisa Peer dauern so lange, wie sie dauern, wenn wir den Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch, Menstruationsschmerzen, PMS, PMDS oder ähnlichen Beschwerden auf den Grund gehen.

Natürlich immer erst, nachdem wir die medizinischen, körperlichen Faktoren abgeklappert haben.


Meine Haltung zur Hypnose

Für mich ist Hypnose eine Ergänzung guter Medizin.

Eine hervorragende Ergänzung.

Nicht mehr und nicht weniger.

Die Basis ist immer: schwerwiegende körperliche Ursachen ausschließen. Diagnostik ernst nehmen. Nicht alles wegatmen, was eigentlich abgeklärt gehört.

Aber wenn die körperliche Seite angeschaut ist, wenn Befunde vorliegen, wenn klar ist, was medizinisch getan werden muss oder getan wurde, dann beginnt manchmal ein anderer Teil der Arbeit.

Dann geht es um Angst. Um Schmerz. Um Körpervertrauen. Um alte Erfahrungen. Um Sätze, die hängen geblieben sind. Um die Art, wie eine Frau ihren Körper erlebt.

Der Sessel stand für Ruhe.

Setzen Sie sich hin. Ich höre Ihnen zu.


Dieser Sessel ist Geschichte.

Ich hoffe, die Familie aus der Nachbarschaft in Kiel, an die ich ihn weitergegeben habe, ist damit glücklich.

Die Praxisphilosophie ist mitgereist.

Die passte auf die Europalette.

Zwei Jahre, nachdem ich die Praxis in Kiel endgültig aufgelöst habe, habe ich die Bilder vom Sessel wiedergefunden. Unter meinen alten Praxisfotos.

Ein guter Aufhänger, um wieder mit meinem Praxisblog zu beginnen.

Geschichten zu erzählen, die das Frauenleben schrieb.

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